Ortenbergerin Isolde Schäfer in „Club 100“ des Deutschen Fußball-Bundes aufgenommen!

Wenn die Fußballer des FC Germania Ortenberg auf ihre „Vereins-Mutter“ angesprochen werden, weiß jeder wer gemeint ist. Der Vereinsvorsitzende Günter Müller geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet Isolde Schäfer kurzum als den „guten Geist der Ortenberger Sportvereine.“ Jetzt wurde der 58-Jährigen eine besondere Ehre zuteil. Die Ortenbergerin wird für ein Jahr in den „Club 100“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufgenommen.

Seit 1997 verleiht der DFB in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden diesen Ehrenamtspreis. In allen Kreisen wählen die Ehrenamtsbeauftragten mit viel Fingerspitzengefühl ihre Preisträger aus, einhundert bundesweit ausgewählte

Ehrenamtlichen werden für ein Jahr in den "Club 100" aufgenommen. Acht Plätze davon stehen dem Hessischen Fußball-Verband (HFV) zur Verfügung. Die Auserwählten erwartet bei einem Dankeschön-Wochenende gemeinsam mit ihren Lebenspartnern neben einer offiziellen Feierstunde mit deutscher Fußball-Prominenz auch der Besuch eines Länderspiels der A-Nationalmannschaft sowie weitere Clubleistungen. In diesem Jahr wählte der DFB im Zuge der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft nur weibliche Personen aus als Ehrenamtssieger aus.

Schon bei ihrer Auszeichnung als Kreis-Ehrenamtssiegerin war Isolde Schäfer baff, denn Kreisfußballwart Jürgen Radeck und der für den Büdinger Fußballkreis zuständige Ehrenamtsbeauftragte Rudi Tischler (Ober-Lais) überraschten die Ur-Ortenbergerin ausgerechnet während des traditionellen Frühschoppens am Kalten Markt auf der Bühne im mit 2000 Besuchern proppenvollen Festzelt mit der Preisübergabe.

Spätestens nach der Heirat ihres Mannes Gerhard, der seinerzeit im Trikot des FC Germania im Büdinger Fußballkreis einen Ausnahmekicker verkörperte, war Isolde Schäfer emotional mit dem Fußball verbunden. Wenig verwunderlich, dass ihre Söhne Jens und Andreas schon als Kinder die Fußballschuhe schnürten, um ihrem Vater nachzueifern.

Die Preisträgerin selbst spielte in Reihen des TV Ortenberg aktiv Handball. „Zur damaligen Zeit gab es auf dem Land noch keinen Frauenfußball“, lacht die zweifache Mutter und Oma des kleinen Noah. So fixierte sich Isolde Schäfer auf die Rolle des weiblichen Fans. Als ihr Mann Gerhard seine Karriere beendete, freute sich die Ortenbergerin den fußballerischen Werdegang ihres Sohnes Jens zu verfolgen, der nicht nur für die Ortenberger Germania spielte, sondern auch im Trikot von Blau-Weiß Schotten und der FSG Altenstadt Meriten in der Gruppenliga Frankfurt Ost verdiente.

Ungeachtet dessen hielt Isolde Schäfer den Ortenberger Vereinen immer die Treue. Sowohl beim Turnverein als auch bei den Fußballern engagierte sie sich mehrere Jahre im Vorstand. Ihre direkte Art ist bekannt und geschätzt, aufgrund ihres Charmes verzeiht man ihr auch mal eine verbale Abreibung. Germania-Vorsitzender Günter Müller weiß, dass er mit Isolde Schäfer einen absoluten Vereinsmenschen in seinen Reihen hat. „Sie packt unaufgefordert mit an und sieht einfach, wo es im Vereinsalltag fehlt und klemmt. Solch ein Handeln würde man sich manchmal auch von anderen Vereinsmitgliedern wünschen“.

Kult ist in Ortenberg die Saisoneröffnung bei Familie Schäfer. Die Hausherrin lädt jedes Jahr die Spieler auf Ihre urig gemütliche Altstadt-Terrasse ein und jeder Neuzugang oder junger Spieler der Germania lernt so gleich die Vereinsmutter kennen und lieben. „Das Fürchten kommt später. Wer sonntags völligen Mist kickt, kann sich danach auch mal auf ein richtiges Donnerwetter gefasst machen“, scherzt Jürgen Radeck und erinnert sich wohl dabei bis an Zeiten zurück, als er selbst noch für seinen Heimatverein spielte.

Als Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Ortenberger Fußballclubs liegt die Organisation der Thekendienste und des Wareneinkaufs mit in den Händen der 58-Jährigen, die Bewirtung im Sportheim nach dem wöchentlichen Abschlusstraining wird ebenfalls von Isolde und Gerhard Schäfer übernommen. Selbst wenn nur noch die letzten Durstigen zu später Stunde im Sportheim verharren, ist sich das weibliche Vorstandsmitglied nicht zu schade, noch ein paar Schnittchen für hungrig gewordene Mägen zu schmieren. Und wenn es darum geht, für Veranstaltungen Würstchen zu braten, Kuchen zu backen oder Bier zu zapfen, sagt Isolde Schäfer selten nein. Und das unabhängig, um welchen Ortenberger Verein es sich handelt. Hilft die Ortenbergerin bei Festen von Gesangverein, Feuerwehr oder den Sportvereinen nicht mit, so ist sie zumindest als umsatzstarker Gast vertreten. „Die Unterstützung der einheimischen Vereine ist für sie Pflicht“, lobt Jürgen Radeck, der in seinem Empfehlungsschreiben an die Jury der Ehrenamtskommission des Hessischen Fußball-Verbands nur einen Tadel abschließend zu  Papier brachte: „Leider hat Isolde einen Fehler, sie ist eingefleischter Bayern-Fan“.